|
Unterhaltsames Gedicht
von Lessing |
Der Apfel in der Geschichte
Der Apfel hat seit Anbeginn der Geschichte einen symbolischen und mythischen
Wert. Als uraltes Symbol der Erde, der Vollkommenheit und Offenbarung
der Weiblichkeit wurde der Apfel schon von Anfang an Göttinnen der
Liebe und Fruchtbarkeit zugesprochen. Ischtar, eine Göttin der Babylonier,
Aphrodite, Göttin der Liebe im antiken Griechenland (bei den Griechen
spielte der Apfel als Nutzpflanze eine nur untergeordnete Rolle) und die
germanische Göttin Idun trugen alle einen Apfel. Idun ist die Göttin
der Erneuerung und hatte die Herrschaft über die goldenen Äpfel
des Lebens. Diese Zauberäpfel verjüngten den, der sie verzehrte,
z.B. die Asen, das in der germanischen Mythologie gewaltigste Göttergeschlecht.
In den unterschiedlichsten Kulturen gab es die Legende vom Paradiesbaum,
dessen Früchte unsterblich machen sollten. In den meisten Fällen
waren die Früchte Äpfel. Ein walisisches Gedicht erzählt,
daß der Barde Merlin seinem Herrn das Geheimnis von Avalon verriet
und Artus daraufhin zu den geheimen Inseln der Apfelbäume fuhr, um
dort seine Wunden zu heilen.
Als Symbol der Vollkommenheit und der Erde trugen Herrscher den Reichsapfel,
die verkleinerte Weltkugel, die schon in der Antike als Herrschersymbol
bekannt war. Im geozentrischen Weltbild war die Erde das Maß aller
Dinge und der Apfel verkörperte ihre vollkommene Form im Kleinen.
Die Kirche hatte große Schwierigkeiten, die symbolischen Werte des
Apfels zu eliminieren. Karl der Große ließ mehrere Götzenbilder,
auf denen Äpfel zu sehen waren, zerstören und versah den Reichsapfel
mit einem Kreuz, das seine gottgewollte Herrschaft anzeigte.
Mit der Zeit geriet der Apfel als Symbol der Fruchtbarkeit, des Weiblichen
und der Vollkommenheit der Erde in Vergessenheit. Alle positiven Eigenschaften,
die man ihm zuschrieb, wurden plötzlich gegenteilig ausgelegt. Zwietracht,
Boshaftigkeit und Sünde traten in den Vordergrund. Der Apfel soll
es gewesen sein, der Adam und Eva um das Paradies brachte. Da Ägypter
und Hebräer aber noch keine Äpfel kannten, muß in der
Bibel mit „der Frucht“ von einer anderen die Rede sein. In
der griechischen Mythologie heißt es, ein „Zankapfel“
habe den Trojanischen Krieg ausgelöst. In einen ähnlichen Zusammenhang
wird der Apfel in der Sage um Wilhelm Tell gebracht. Der schweizer Meisterschütze
und Nationalheld wurde vom Habsburgischen Landvogt gezwungen, einen Apfel
vom Kopf seines Sohnes zu schießen. Nach Gelingen des Schusses tötete
Tell den verhaßten Unterdrücker und löste damit den Volksaufstand
gegen die Habsburger Herrschaft aus.
Den schlechtesten Ruf hat der Apfel im semitischen Glauben. Fruchtbarkeit
und Weiblichkeit stehen in Verbindung mit Sexualität, und sobald
Sexualität ins Spiel kommt, ist Sünde und Ausschweifung vorprogrammiert.
Selbst in die Physik fand die alltägliche Frucht ihren Weg: Isaac
Newton soll, über einen fallenden Apfel sinnierend, das Gesetz der
Schwerkraft entdeckt haben.
Nach oben
Gesundheitswert des Apfels
Ein englisches Sprichwort besagt „An apple a day keeps the doctor
away.“ Von dem großen Gesundheitswert des Apfels wußte
man schon im Mittelalter. Dieses Wissen wurde zwischenzeitlich in unseren
Breiten verdrängt. Doch heute gewinnen Naturheilmethoden wieder an
Bedeutung und mit ihnen entdeckt man auch den Apfel als Mini-Apotheke
wieder. Wichtig ist, daß man die Frucht mit Schale verzehrt. Den
Apfel zeichnet eine besondere Ausgewogenheit fast aller lebenswichtiger
Stoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, Phenole und Karotine
aus. Die wichtigsten Wirkungen: Äpfel regulieren die Verdauung, stabilisieren
die Darmflora und damit das Immunsystem, mindern Nervosität und Reizbarkeit,
senken den Cholesterinspiegel und beugen damit Herzinfarkten vor, unterstützen
die Abwehrkräfte und stärken Zahnfleisch und Mundflora. Bestimmte
Phenolverbindungen schützen vor Thrombosen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen
und Krebs, hemmen aber auch Viren und Bakterien. Die über 600 bekannten
Karotinverbindungen bewahren die Haut vor UV-Schäden, reinigen die
Arterien, kurbeln das Immunsystem an und schützen das Gewebe vor
Krebs.
Interessant für den menschlichen Organismus sind auch die übrigen
Inhaltsstoffe des Apfels. Der hohe Anteil Fruktose am Gesamtzuckergehalt
wirkt als Konzentrationsstütze und sorgt zugleich für einen
ausgewogenen Blutzuckerspiegel, die Voraussetzung für gleichmäßigen
Schlaf. Ein Apfel kann also konzentrations- und schlaffördernd zugleich
sein. Die Fruchtsäuren werden im Körper zu Basen umgebaut, und
wirken so der Übersäuerung des Gewebes entgegen. Die reichlich
enthaltene Apfelsäure zerstört Ansammlungen von Harnsäure,
die bei Rheuma oder Gicht auftreten.
Nach oben
|